Die Polizei und IP-Adressen

Gelegentlich kommt es mal vor, dass wir Logfiles sichern müssen um polizeiliche Ermittlungen zu stützen.

Im konkreten Fall geht es um eine rechtsradikale Äußerung und Beleidigung in einem Gästebuch. Die entsprechende Zeile aus dem Logfile hatte ich der Kundin bereits rausgesucht und ihr zukommen lassen, damit Sie sie gleich in die Anzeige mit aufnehmen kann. So ist es nach Ihrer Rückmeldung auch geschehen.

Der Täter sollte in diesem Fall auch leicht zu ermitteln sein, es wurde augenscheinlich ein ganz normaler DSL-Anschluß ohne irgendwelche Verschleierungen benutzt. Nur schnell muss es in solchen Fällen gehen, die Zugangsprovider speichern die Zuordnung Nutzer-DSL-Anschluß<>IP-Adresse halt nicht allzulange (jedenfalls nicht für normale Ermittlungen).

Heute Morgen bekam ich nun eine Mail von der Polizei (immerhin eine Mail könnte man fast sagen): Ich möge doch die uns vorliegenden relevanten Daten übermitteln (IP-Adresse, exakte Uhrzeit etc.). Das ganze möglichst schnell wegen der kurzen Speicherfristen bei den Netzbetreibern.

Tja, habe ich also die gleichen Daten nochmal übermittelt, die der Polizei seit gestern Mittag bereits vorliegen sollten. Es soll ja schnell gehen….

Achja, nur zur Klarstellung: ich übermittele in einem solchen Fall keine kompletten Logfiles, weil die Daten dadrin in der Regel zu 99,9% irrelevant sind. Lediglich die betreffenden Einträge werden – wie hier – auf Wunsch der Kundin übermittelt. für mehr bräuchte es schon entsprechende richterliche Beschlüsse.


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2 comments to Die Polizei und IP-Adressen

  • Wenn alles wie üblich läuft, kann anhand der Vorratsdaten, zu deren Speicherung der Provider verpflichtet ist (§ 113a TKG), eine Bestandsdatenabfrage nach der IP-Nummer (§ 113 TKG) durchgeführt werden. 180 Tage lang.

    Klingt merkwürdig? Klingt rechtlich fragwürdig? Ist es auch: umstritten, aber gängige Praxis. Soviel zum Thema Eile…

  • Ist doch ganz einfach: Der Beamte hat die IP Adresse in sein Telefon getippt und die Ansage “die gewählte Nummer ist nicht vergeben” gehoert. Daher dachte er an einen Schreibfehler. Dass Du nun nochmal die selbe Nummer uebermittelst, wird ihn ziemlich verwirren ;-)